Auch wenn ein Naturschutzgebiet oder ein Biotop noch so sorgfältig gehegt wird, es ist nutzlos, wenn es nicht mit anderen Biotopen vernetzt ist.

Dave Goulson
Professor für Biologie, University of Sussex

Gefleckter Schmalbockkäfer auf einer Margerite, NABU-Streuobstwiese im Tiergartental Trier, Juni 2018

Ein Herz für Wirbellose

Vielleicht fragen Sie sich, was Sie mit einem Wildblumentopf auf Ihrem Balkon, der kleinen Kräuterwiese vor Ihrem Büro, der aufgewerteten Straßenböschung hinter Ihrem Haus oder der ökologischen Vorrangfläche auf Ihrem Acker gegen das Insektensterben schon ausrichten können.

Sehr viel! Zum einen helfen Sie so unmittelbar denjenigen Insekten zu überleben, die Ihre Blüten besuchen. Zum anderen gliedert sich Ihr kleines Blütenreich in einen Biotopverbund ein, der nicht nur Lebensraum sondern auch Wanderkorridor für Insekten und andere Tiere durch häufig lebensfeindliches Umland ist. Denn mit wenigen und weit voneinander entfernten, großflächigen Naturschutzgebieten allein ist es nicht getan. Der Faktor Mobilität spielt für den Erhalt der Populationen eine entscheidene Rolle. Ohne eine Vernetzung der Habitate wird sich das Insektensterben nicht aufhalten lassen. Ihrer Zelle im Biotopverbund und den Zellen Ihrer Familie und Freunde, Ihrer Nachbarn, Ihres Arbeitgebers und Ihrer Gemeinde kommt daher eine übergeordnete Bedeutung zu.

Auf den folgenden Unterseiten finden Sie Vorschläge und praktische Tipps zur Anlage und Pflege blühender Lebensräume für Insekten und andere Tiere. Die Anleitungen sind absichtlich auf das Wesentliche reduziert, damit Sie sich schnell einen Überblick verschaffen können. Weiterführende Informationen hat das Netzwerk Blühende Landschaft für Sie bereitgestellt.

Haben Sie sich entschlossen, einen Lebensraum für Insekten und andere Tiere anzulegen? Dann würden wir uns freuen, wenn Sie uns davon berichten! Als kleines Dankeschön veröffentlichen wir Ihre Fotos, Videos oder Texte auf unserer Projektseite.

Große Holzbiene an Wicke, Schrebergarten-Siedlung Tempelbezirk, Trier-Süd, Juni 2018
Totholz in Betzdorf, Luxemburg, Juli 2018