Landwirtschaft & Weinbau

Eine produktive Nutzung landwirtschaftlicher Flächen mit der Förderung der Vielfalt an Biotopen sowie Arten in der Agrarlandschaft, u.a. von Pflanzen, Feldvögeln und Insekten in Einklang zu bringen, ist ein wichtiges Anliegen der Landwirtschaft. Aufgrund der Bestäuberleistung und der positiven Wirkung von Nützlingen besteht ein ureigenes Interesse der Landwirtschaft am Schutz von Bienen und anderen Bestäubern.

Ackerbaustrategie der deutschen Landwirtschaft

Landwirtschaft

Die Landwirtschaft trägt für den Erhalt der Artenvielfalt unseres Offenlandes die größte Verantwortung. Das ergibt sich zum einen aus dem Umstand, dass sich das Offenland zum überwiegenden Teil in der Obhut der Landwirte befindet. Zum anderen ist es die Landwirtschaft gewesen, die durch Ackerbau und Viehzucht den Lebensraum vieler Arten der Flora und Fauna in Mitteleuropa überhaupt erst schuf. Deswegen wird dem Insektensterben ohne die Unterstützung der Landwirtschaft nicht Einhalt geboten werden können.

Als Landwirt haben Sie viele Möglichkeiten, um Teile Ihrer Äcker und Wiesen insektenfreundlich zu gestalten. Das Land Rheinland-Pfalz unterstützt sie im Rahmen des Programms Partnerbetrieb Naturschutz darin.

Weinbau

Bei uns an der Mosel ist der Apollofalter (Roter Apollo, Parnassius apollo) ein prominentes Beispiel dafür, wie sich Weinbau mit Artenschutz vereinbaren lässt. Der Apollofalter ist ein in Europa stark bedrohter und streng geschützter Schmetterling, der steinige Erosionsflächen an Hügeln und Bergen bewohnt und in Deutschland außerhalb der Alpen nur noch an der Mosel, auf der Schwäbischen Alb und der Fränkischen Alb vorkommt. Nachdem der Apollo in den 1970er bis 1980er Jahren durch den Einsatz von Insektiziden fast ausgerottet worden ist, profitiert er heute vom Weinbau, weil ihm der Wingert die freien Hänge bietet, die er benötigt. Dort, wo der Weinbau eingestellt ist, verliert der Apollo seinen Lebensraum durch Verbuschung.

Wie Sie Ihren Wingert insektenfreundlich gestalten können, finden Sie hier zusammengefasst (PDF). Das Land Rheinland-Pfalz unterstützt sie im Rahmen des Programms Partnerbetrieb Naturschutz darin.

Kooperation

Unsere Initiative sucht die Zusammenarbeit mit den Landwirten und Winzern. Im Rahmen des Blühpatenschaftprogramms des Netzwerks Blühende Landschaft suchen wir Partner in der Region Trier. Eine weitere Kooperationsmöglichkeit besteht in der Inanspruchnahme landwirtschaftlicher Dienstleistungen (z.B. Bodenvorbereitung und Mahd) auf größeren Flächen, die uns von Dritten zur Verfügung gestellet werden. Die finanziellen Mittel stammen aus unserem Sponsoringprogramm.

Kontakt

Wir würden uns über eine Zusammenarbeit mit Ihnen sehr freuen. Bitte sprechen Sie uns an:h> ab@olll-t.reird<e.

Gehen wir vom Vorsorgeprinzip aus, das in Deutschland bei Risikoabschätzungen oft die Grundlage bildet, dann wäre es wichtig, den plausibel erscheinenden Ursachen entgegenzuwirken, solange die Faktoren nicht näher eingegrenzt werden können – eine veränderte und nachhaltigere Landnutzung wäre dann auf jeden Fall angezeigt.

Prof. Dr. Josef Settele
Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung, Halle