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Newsletter 19
14. April 2019

Liebe Freundinnen und Freunde der Blühenden Landschaft Region Trier,

letzte Nacht hat es noch einmal geschneit und gefroren, aber schon in den kommenden Tagen gehen die Temperaturen deutlich nach oben. Damit öffnet sich das Zeitfenster, in dem Wildblumen und -kräuter eingesät werden können. Ich habe meine knapp 20 Quadratmeter im Garten in den letzten Wochen vorbereitet. Den Rasen (eher: das Moos) habe ich mit einem Spaten ausgehoben und abgetragen, um anschließend den Boden mit einer elektrischen Bodenhacke, die Sie sich übrigens für die Anlage Ihrer Bienenweide gern ausleihen können, zu fräsen. Zunächst dachte ich, dass der Boden im Abstand weniger Wochen wiederholt gefräst werden müsste, aber glücklicherweise ist in der Zwischenzeit überhaupt nichts aufgelaufen. Die Mühe, den Grünteppich komplett zu entfernen, hat sich offenbar gelohnt. Wenn die Wetteraussichten mir keinen Strich durch die Rechnung machen, säe ich am Ostersonntag ein. Wer geduldiger ist als ich, kann die Eisheiligen noch abwarten.

Falls Sie den Aufwand der Bodenbearbeitung und Einsaat scheuen, können Sie auch anders vorgehen. Statt den Rasen zu entfernen können Sie die Pflege auf eine ein- bis zweifache späte Mahd im Jahr umstellen. Wenn Sie das Mähgut wenige Tage zum Aussamen liegen lassen und dann entfernen, damit keine Nährstoffe zurück in den Boden gelangen, wird sich im Laufe der Jahre eine artenreiche Wiese fast von allein bei Ihnen einstellen.

Inhalt:
(1) Die nächsten Infostände
(2) Ein Blick auf Politik, Wissenschaft und Wirtschaft
(3) TV-Tipps

(1) Die nächsten Infostände

Wenn Sie mehr über insektenfreundliches Gärtnern oder darüber erfahren möchten, was Sie tun können, um die Artenvielfalt in Ihrem Stadteil oder Ihrer Gemeinde zu schützen, lade ich Sie ein, sich mit uns an einem unserer Infostände zu unterhalten. Natürlich bringen wir auch wieder gebietsheimisches Saatgut mit.

Samstag, 27. April, 10 bis 18 Uhr
Kaufland im Alleen Center
Ostallee 3-7
54290 Trier

und

Mittwoch, 1. Mai, 11 bis 16 Uhr
Pflanzentauschbörse in der TUFA
Wechselstraße 4
54290 Trier

(2) Ein Blick auf Politik, Wissenschaft und Wirtschaft

In Bayern hat die Staatsregierung das Volksbegehren Artenvielfalt [1] angenommen und angekündigt, es mit weiteren Maßnahmen zu flankieren, wie die Süddeutsche Zeitung berichtet [2]. Ein großer Schritt in die richtige Richtung, von dem ich hoffe, dass er in Rheinland-Pfalz und ganz Deutschland auch getan werden wird. Durch Ihre Unterschrift können Sie dies unterstützen: Unter [3] finden Sie eine Petition an das Umweltministerium in Mainz und unter [4] eine Petition an den Deutschen Bundestag.

Forscher haben ermittelt, dass der Bestand an Schmetterlingen in den Niederlanden in den letzten 130 Jahren um mindestens 84% abgenommen hat, vermutlich sogar noch um deutlich mehr, wie der Guardian [5] berichtet. Ebenfalls im Guardian kommt der Trierer Professor Dr. Axel Hochkirch zu Wort [6]. Herr Hochkirch ist Vorsitzender des Ausschusses für den Erhalt der wirbellosen Arten (Insekten gehören dazu) der Weltnaturschutzunion IUCN. Als eine Maßnahme empfielt er den Kauf von Lebensmitteln mit Bio-Siegel, da diese naturverträglicher angebaut werden. Von der schädlichen Wirkung von Pestiziden auf Ökosysteme und die biologische Vielfalt sind auch Wissenschaftler der Universität Koblenz-Landau überzeugt, die eine Überarbeitung des Zulassungsverfahrens für Pflanzenschutzmittel fordern [7]. Immerhin hat die EU kürzlich die Genehmigung für Chlorothalonil, eines der am häufigsten eingesetzten Fungizide, zurückgezogen [8].

Dass Pestizide, die für die Natur schlecht sind, für den Menschen gut seien, ist kaum vorstellbar. Da sollte die Meldung [9] nachdenklich stimmen, dass 70% der in den USA angebauten Lebensmittel auch nach dem Waschen Pestizidrückstände aufweisen. Herbizide wirken sich darüberhinaus auch schlecht auf Börsenkurse aus, wie Bayer derzeit schmerzlich erfahren muss. Seit der Übernahme von Monsanto muss sich das Unternehmen vor Gericht gegen zahlreiche Klagen wegen möglicher Krebsrisiken durch den Unkrautvernichter Glyphosat verteidigen und hat dabei empfindliche Niederlagen erlitten. Inzwischen ist der Gesamtkonzern weniger wert als der Kaufpreis für Monsanto, hat der Spiegel ausgerechnet [10][11][12][13][14][15].

(3) TV-Tipps

In der Mediathek von 3sat finden sich zwei Natur-Dokumentationen, die ich Ihnen sehr ans Herz lege:

Das Schweigen der Vögel [16] – In der Schweiz sind fast 40 Prozent aller Vogelarten bedroht. Einst häufige Arten wie die Feldlerche oder der Kiebitz sind auf wenige Restbestände zusammengeschrumpft. Fachleute sind alarmiert und fordern ein rasches Handeln und Umdenken.

Winzige Wunder [17][18][19] – Die dreiteilige Reihe „Winzige Wunder“ zeigt mithilfe von Superzeitlupen, Zeitraffern und Makroaufnahmen eine Welt, die uns mit bloßem Auge verborgen bleibt: das Leben der Insekten.

Referenzen:
[1] https://volksbegehren-artenvielfalt.de/
[2] https://www.sueddeutsche.de/bayern/artenvielfalt-zusaetzliche-punkte-volksbegehren-bienen-1.4401386
[3] https://chn.ge/2DZVFtO
[4] https://www.pestizidkontrolle.de/
[5] https://www.theguardian.com/environment/2019/apr/01/butterfly-numbers-fall-by-84-in-netherlands-over-130-years-study
[6] https://www.theguardian.com/environment/2019/feb/13/buy-organic-food-to-help-curb-global-insect-collapse-say-scientists
[7] https://idw-online.de/de/news713331
[8] https://www.theguardian.com/environment/2019/mar/29/eu-bans-widely-used-pesticide-over-safety-concerns
[9] https://www.theguardian.com/environment/2019/mar/20/pesticide-residues-produce-even-after-washing-us
[10] https://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/bayer-gewinn-bricht-ein-auch-wegen-kosten-fuer-monsanto-uebernahme-a-1255303.html
[11] https://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/monsanto-juristische-niederlage-fuer-bayer-im-glyphosat-streit-a-1258709.html
[12] https://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/monsanto-niederlage-in-glyphosat-prozess-bayer-aktie-stuerzt-ab-a-1258735.html
[13] https://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/boersenwert-von-bayer-niedriger-als-kaufpreis-fuer-monsanto-a-1259808.html
[14] https://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/monsanto-bayer-tochter-muss-in-glyphosat-prozess-81-millionen-dollar-zahlen-a-1260026.html
[15] https://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/monsanto-franzoesischer-bauer-gewinnt-rechtsstreit-ueber-unkrautvernichter-a-1262405.html
[16] http://www.3sat.de/mediathek/?mode=play&obj=79564
[17] http://www.3sat.de/mediathek/?mode=play&obj=79926
[18] http://www.3sat.de/mediathek/?mode=play&obj=79927
[19] http://www.3sat.de/mediathek/?mode=play&obj=79928

Sonnenblume auf einer ökologischen Vorrangfläche bei Pluwig, Juli 2018
Kornblumen auf einer ökologischen Vorrangfläche bei Pluwig, Juli 2018
Ringel- und Kornblumen auf ausgetrocknetem Boden einer ökologischen Vorrangfläche bei Pluwig, Juli 2018
Phacelia auf einer ökologischen Vorrangfläche bei Pluwig, Juli 2018
Sonnenblume und Phacelia auf einer ökologischen Vorrangfläche bei Pluwig, Juli 2018